Wildbienen in der Schweiz

Honigbienen sind den meisten bekannt: Menschen halten sie, um Honig zu bekommen. Ursprünglich lebten Honigbienen wild, und noch heute findet man wilde Honigbienenvölker. In der Schweiz gibt es rund 570 wild lebende Bienenarten. Die meisten leben als Einzelgänger. Nur wenige Bienen teilen sich Arbeit und Nest, etwa Honigbienen und Hummeln.

Hummelvölker bestehen aus mehreren hundert Hummeln und einer Königin. Wenn die Königin im Frühling als erste aus dem Winterschlaf erwacht, sucht sie sich ein Nest. Sie kümmert sich um die ersten Eier, aber sobald die ersten Weibchen geschlüpft sind, helfen sie mit.

Hier kannst du dir Schritt für Schritt anschauen, wie Erdhummeln brüten und aufwachsen.

In der Natur leben Honigbienen-Völker in hohlen Bäumen oder Felshöhlen. Sie brüten in Gruppen, sogenannten Staaten. Ein Staat besteht aus einer Königin und Tausenden Weibchen, den «Arbeiterinnen». Zeitweise gehören Hunderte Männchen dazu, die «Drohnen». Sie sterben nach der Paarung.

Die Arbeiterinnen bauen Wachswaben mit sechseckigen Zellen. Darin speichern sie Honig und ziehen die Jungen auf. Sie füttern auch die Königin. Sie legt Eier, sammelt aber weder Nektar noch Blütenstaub.

Die meisten Wildbienen leben als Einzelgänger. Die Weibchen bauen ein eigenes Nest und brüten allein. Sie legen ihre Eier in Brutzellen ab. Diese bauen sie je nach Art an unterschiedlichen Orten. Zum Beispiel in den Boden , in Löcher im Holz oder in Gesteinsspalten.

Zu jedem Ei legen die Wildbienen Pollen und Nektar dazu. Das ist die Nahrung der Larve, die aus dem Ei schlüpft. Diese Larve verpuppt sich und verwandelt sich in eine Biene. Sie schlüpft erst im darauffolgenden Frühling.

Lerne hier ein paar Wildbienenarten kennen!

Rote Mauerbiene

Den rötlichen Haaren an Rücken und Hinterleib verdankt die Rote Mauerbiene ihren Namen. Sie ist etwa so gross wie ein Reissnagel. Rote Mauerbienen besuchen viele verschiedene Blüten, zum Beispiel Raps. Für ihre Nester suchen sie zum Beispiel Ritzen und Spalten in Mauern. Man findet sie auch in Nisthilfen aus Bambus, Schilf oder Bohrlöchern im Holz.

Blauschwarze Holzbiene

Die Blauschwarze Holzbiene ist etwa so gross wie ein Zweifränkler und gilt als grösste Wildbienenart in der Schweiz. Sie gleicht einer Hummel, aber ihre Flügel sind nicht durchsichtig, sondern blauschwarz. Diese Biene nagt eine Höhle in abgestorbenes Holz. Die Wände zwischen den Brutzellen baut sie aus Holzteilchen und Speichel.

An den Hinterbeinen wachsen der Wegwarten-Hosenbiene lange Haare. An ihnen bleiben besonders viele Pollen hängen. Das sieht aus, als würde die Biene Hosen tragen. Die Hosenbiene wird etwa so gross wie ein Spielwürfel. Um ihre Nester zu bauen, benötigt sie sandigen Boden.

Die Garten-Blattschneiderbiene kann man in Gärten und Parks, an Waldrändern und auf Obstwiesen beobachten. Sie ist etwa so gross wie ein Würfelzucker. Für ihre Nester nutzt die Biene zum Beispiel Löcher im Holz sowie Felsspalten oder sie gräbt Gänge in den Boden. Als Baumaterial in den Gängen verwendet sie Blattstücke, die sie aus Wildrosen – Birken- oder Eichenblättern herausschneidet

Rainfarn-Maskenbienen sind kleiner als der Ringfingernagel eines Erwachsenen. Weil die Bienen glänzend schwarz sind, verwechselt man sie manchmal mit Ameisen. Die Männchen haben im Gesicht eine helle Maske. Daher kommt ihr Name. Die Rainfarn-Maskenbiene baut ihre Brutzellen in kleine Nischen in Mauern, Gesteinsspalten und Steinhaufen.

Grosse Wollbiene

Die Biene polstert ihr Nest mit Pflanzenhaaren. Die findet sie etwa bei Flockenblumen und Quitten. Die Biene nistet zum Beispiel in lockeren Mauern, Felsspalten oder Erdlöchern. Den Eingang verschliesst sie mit kleinen Steinchen, Erdbröckchen Holzstücken, dürren Blättchen und manchmal mit einem weiteren Wollknäuel.

In Totholz und hohlen Pflanzenstängeln baut die Gewöhnliche Löcherbiene ihre Nester. Die Brutzellen trennt sie mit Baumharz voneinander ab. Zuletzt verschliesst sie das Nest mit Sandkörnern, Pflanzenteilen, Erdbröckchen und Holzfasern, vermischt mit Harz.

Diese Biene baut an Felsen und Steinen kleine Nester aus einem Gemisch aus Sand, winzigen Steinchen, Speichel und Nektar.

Diese Wildbiene nistet sich in leeren Schneckenhäusern ein. Sie beisst Stückchen aus Blättern, beklebt das Schneckenhaus damit und baut die Brutzellen im Innern. Das Schneckenhaus verschliesst sie anschliessend mit Erdklümpchen, Steinchen und Pflanzenstückchen.

Sie ist ungefähr so klein wie eine Erbse und baut mit Baumharz an Felsen, Rinde oder an Pflanzenstängeln ihre Brutzellen.

Kuckucksbienen schmuggeln ihre Eier in fremde Nester, wo schon alles bereit ist. Sobald die Kuckuckslarven aus den Eiern schlüpfen, töten sie die Larven im Nest und fressen deren Nahrung. Von den Kuckucksbienen gibt es mehrere Arten. Hier siehst du eine Gewöhnliche Blutbiene