Wenn wir «Igel» sagen, wissen alle, welches Tier gemeint ist: der stachelige, laut schmatzende Insektenfresser, der nachts durch unsere Gärten streift. Das ist der Braunbrustigel, der in der Schweiz heimisch ist. Um ihn geht es hier. Daneben gibt es aber noch viele andere Igelarten, und nicht alle haben Stacheln.

Steckbrief

Grösse

25 bis 30 Zentimeter

Gewicht

800 bis 1500 Gramm

Alter

Durchschnittlich 2 bis 4 Jahre, sie können aber bis zu 8 Jahre alt werden.

Nahrung

Hauptsächlich Insekten, aber auch Regenwürmer und Tausendfüsser.

Lebensraum

In vielen europäischen Ländern von Spanien bis Skandinavien und Nordostrussland.

Spezielles

Auf dem Rücken des Igels wachsen etwa 8000 Stacheln, die ihn vor Feinden schützen.

Bedrohung

Zerstörung der Lebensräume, Strassen, Rasenmäher, Netze, Gifte und Schwimmbecken.

Arten

Der Braunbrustigel, der auch in der Schweiz lebt, gehört zu den Kleinohrigeln. Dazu gehören ebenfalls der Nördliche Weissbrustigel, der von Mittel- und Osteuropa bis Sibirien vorkommt, der in der Türkei lebende Südliche Weissbrustigel und der Chinesische Igel, der im Osten Chinas und auf der Koreanischen Halbinsel lebt.

Nahrung

Igel fressen hauptsächlich Insekten wie Käfer, Nachtfalter und Raupen. Daneben fressen sie auch Regenwürmer, Tausendfüsser, Schnecken, Eier und ab und zu Aas.

Früchte und andere Pflanzen gehören hingegen nicht zur Nahrung des Igels. Wenn man einen Igel sieht, der Äpfel zu fressen scheint, sucht er eher nach den Würmern darin.

Igel

Zusammenleben

Igel sind Einzelgänger. Sie dulden fremde Igel im Revier, suchen aber keinen aktiven Kontakt mit ihnen.

Die Paarungszeit beginnt Ende April und dauert bis August. Während dieser Zeit besuchen männliche Igel die Reviere verschiedener Weibchen, um sich mit ihnen zu paaren. Nach der Paarung zieht das Männchen weiter, und das Weibchen kümmert sich alleine um den Nachwuchs.

Zwei Igel

Nachwuchs

Nach fünf Wochen bringen Igelweibchen zwischen Juni und August zwei bis sieben Junge zur Welt. Dazu bauen sie ein warmes, gut gepolstertes Nest wie für den Winterschlaf.

Neugeborene Igel sind nackt und blind, aber sie haben schon Stacheln. Diese sind jedoch weiss und weich und liegen bei der Geburt noch unter der Haut, damit die Mutter nicht verletzt wird.

Junge Igel

Bedrohung

Igel haben nur wenige natürliche Feinde, die sie trotz der Stacheln fressen können. Die grösste Gefahr stellt jedoch der Mensch dar. In den letzten Jahren sind Hecken und Gebüsche von den Feldern verschwunden, und in den Gärten sieht man immer öfter eintönige Rasenflächen und exotische Sträucher. In solchen Gärten finden Igel weder Nahrung noch Unterschlupf.

Zusätzliche Gefahren sind Strassen, herumliegende Netze, in denen sich Igel verheddern können, Schwimmbecken und Teiche mit steilen Wänden und vermeintlich sichere Holzhaufen, die später angezündet werden. Gefährlich sind zudem Mähgeräte, mit denen unter Hecken gemäht wird; darunter verstecken sich Igel. Auch hohe Stufen und Zäune, die bis zum Boden reichen, stellen unüberwindbare Hindernisse für Igel dar.

Achtung Igel!

Das macht
der WWF

Das macht der WWF

  • Der WWF setzt sich dafür ein, dass in der Landwirtschaft weniger Gifte eingesetzt werden. So finden Igel mehr Nahrung.
  • Der WWF hat in mehreren Gegenden der Schweiz Gruppen, die sich freiwillig um die wichtigen kleinen Lebensräume kümmern. Die Mitglieder dieser Gruppe bauen zum Beispiel Asthaufen oder Trockensteinmauern, pflegen und pflanzen Hecken. So finden auch Igel gute Verstecke und Nahrung.

 

Das kannst du tun

  • Säe einheimische Wildpflanzen an, damit es genügend Insekten gibt – am besten ist es, wenn von März bis September immer einige Pflanzen blühen.
  • Bitte deine Eltern, Haus und Garten möglichst wenig zu beleuchten. In der Dunkelheit fühlt dich der Igel am wohlsten.
  • Baue einen Ast- oder Laubhaufen, wo sich Igel verstecken können.