Wisente leben in Herden auf Wiesen und in Wäldern. Sie fressen jeden Tag zwischen 30 und 60 Kilogramm Pflanzen.
Wisente halten sich oft auf Wiesen oder in Wäldern auf. Im nördlichen Kaukasus in Russland leben sie in Bergwäldern und auf Alpwiesen.
Der Kaukasus ist etwa vierzehnmal so gross wie die Schweiz und zieht sich durch sechs Länder: Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Türkei, Iran und Russland.
Wisente sind oft unterwegs, um nach Nahrung zu suchen. Je nachdem, wo sie leben, fressen sie Gräser, junge Zweige, Blätter, Wurzeln und Baumrinde. Sie mögen auch Kräuter, zum Beispiel Brennnesseln. In der kälteren Jahreszeit fressen Wisente ausserdem Eicheln oder Pilze. Ausgewachsene Tiere brauchen 30 bis 60 Kilogramm Futter pro Tag. Wenn sie gefressen haben, müssen sie eine Zeit lang ruhen, um wiederzukäuen.
Wiederkäuer haben keinen einteiligen Magen wie wir Menschen; ihr Magen besteht aus vier Teilen. Wenn sie das Futter heruntergeschluckt haben und es in den einen Magenteil gelangt ist, würgen sie es wieder hoch und kauen es nochmal.
Wisente leben in Herden. Diese bestehen aus etwa acht bis zwanzig Kühen und ihren Jungen. Eine Leitkuh führt die Herde an. Die Bullen leben allein oder in reinen Bullengruppen.
Wisentkühe gebären ihre Jungen ab Anfang Mai. Für die Geburt entfernen sie sich von der Herde und suchen häufig im Wald einen geschützten Ort. Meistens bekommen sie nur ein Kalb. Sobald es auf der Welt ist, trinkt es bei der Mutter, und nur wenige Tage später kehrt die Kuh mit ihrem Jungen zur Herde zurück. Mit drei Monaten beginnt das Kalb, ebenfalls Pflanzen zu rupfen.
Junge Bullen verlassen die Herden im Alter von drei bis vier Jahren. Die Kühe bleiben häufig in derselben Herde.
Wisente sind aus verschiedenen Gründen bedroht. Am meisten bedroht sind sie wegen Krankheiten: Früher gab es nur noch sehr wenige Wisente, darum sind heute viele miteinander verwandt. Das macht sie anfälllig für Krankheiten. Damit Wisente überlebensfähiger sind, sollten sie mit Tieren aus anderen Gegenden Junge bekommen. Das ist schwierig, weil die verschiedenen Wisentherden weit voneinander entfernt leben.
Der WWF setzt sich dafür ein, dass die Wisente in den Südkaukasus zurückkehren. Gemeinsam mit dem Tierpark Bern und dem Tierpark Berlin ist es dem WWF gelungen, Wisente aus europäischen Zoos in ihre ursprüngliche Heimat, den Bergwäldern in Aserbaidschan, zu bringen. Das Ziel ist, dass sich die Tiere fortpflanzen und eine überlebensfähige Herde entsteht. Der WWF arbeitet mit Menschen vor Ort und Partnerorganisationen zusammen, damit die Wisente auch in Zukunft sicher und frei in der Natur leben können.






