Wer leuchtet da?

An Land und vor allem im Meer gibt es viele Tiere, die leuchten können. Dieses Leuchten nennt man Biolumineszenz. Bei einigen Tieren entsteht es durch eine chemische Reaktion im Körper. Sie erzeugen ihr Licht selbst. Bei anderen Tieren leben leuchtende Bakterien auf oder in ihrem Körper.

Warum leuchten Tiere?

Tiere leuchten aus unterschiedlichen Gründen. Manche locken mit dem Licht Beute oder Partner an. Andere schrecken damit Tiere ab, die sie fressen wollen oder verwirren sie. Wieder andere Tiere nutzen ihr Licht wie eine Taschenlampe, um Beute zu finden. Manchen Tieren hilft es sogar, um sich zu tarnen.

Grosser Leuchtkäfer

Glühwürmchen

Glühwürmchen sind eigentlich gar keine Würmchen, sondern Käfer. Deshalb nennt man sie auch Leuchtkäfer. Leuchtkäfer-Weibchen haben keine Flügel oder sie sind so klein, dass sie damit nicht fliegen können. Sie sehen aus wie Larven oder Würmer. Daher auch der Name «Glühwürmchen». Die Männchen besitzen Flügel und können fliegen.

Nicht nur die erwachsenen Tiere, sondern auch die Larven des Leuchtkäfers erzeugen Licht. Es entsteht durch eine chemische Reaktion in ihrem Körper: Ein besonderer Leuchtstoff reagiert mit Sauerstoff. Ein weiterer Stoff hilft dabei, dass diese Reaktion stattfinden kann. So wird Energie freigesetzt, die als grünliches bis rötliches Licht sichtbar wird. Es hilft den Leuchtkäfern bei der Partnersuche.

Latia neritoides

Latia neritoides

Diese Wasserlungenschnecke hat keinen deutschen Namen, nur einen wissenschaftlichen: Latia neritoides. Sie lebt in Bächen in Neuseeland und ist das einzige bekannte Tier, das im Süsswasser lebt und leuchten kann. Allerdings leuchtet nicht die Schnecke selbst, sondern ihr Schleim. Diesen sondert sie ab, wenn sie sich bedroht fühlt. Das hellgrüne Licht schreckt Tiere ab, die sie fressen wollen. Zudem bleibt der klebrige Schleim an den Angreifern haften oder treibt im Bach davon. Das lenkt Angreifer ab und die Schnecke kann flüchten. Ihr Licht entsteht durch die gleiche Reaktion im Körper wie beim Glühwürmchen.

Leuchtender Tausendfüssler

Tausendfüssler

Manche Tausendfüssler können im Dunkeln leuchten. Fühlen sie sich bedroht, geben sie ein Gift ab. Indem sie leuchten, zeigen sie Tieren, die sie fressen wollen, dass sie giftig sind. So werden sie weniger angegriffen und gefressen.

Australischer Geisterpilz

Australischer Geisterpilz

Den Australischen Geisterpilz findet man in Australien und Tasmanien. Sein Fruchtkörper (das, was wir über dem Boden sehen) wird so gross wie ein Lineal. Unter der Erde wächst das Myzel. Das ist ein Netz aus Fäden, die zum Pilz gehören. Dieses Pilzgeflecht wird viel grösser als der Fruchtkörper.

Der Fruchtkörper leuchtet Tag und Nacht. Am stärksten leuchten die Lamellen, also die Unterseite des Pilzes. Sie sehen aus wie Rippen oder ein Fächer. Je älter der Pilz wird, desto schwächer wird sein Licht.

Anglerfisch

Tiefsee-Anglerfisch

Weibliche Tiefsee-Anglerfische haben am Kopf eine «Angel». An der Spitze der Angel befindet sich ein Leuchtorgan, in dem leuchtende Bakterien leben. Je nach Tiefsee-Anglerfischart hat die Angel eine andere Form. Bei manchen sieht es aus, als würden die Fische Laternen vor sich hertragen. Mit dem Licht locken Tiefsee-Anglerfische Beute an.

Hawaiianischer Zwergtintenfisch

Hawaiianischer Zwergtintenfisch

Der Hawaiianische Zwergtintenfisch lebt in den flachen Küstengewässern rund um Hawaii. Er wird nur ungefähr so gross wie ein Golfball. Am Tag vergräbt er sich im Sand und versteckt sich so vor Tieren, die ihn fressen wollen, etwa Robben und Fische. In der Nacht verlässt er sein Versteck und sucht nach Nahrung.

Der Zwergtintenfisch besitzt ein Leuchtorgan in seinem Körper. Darin leben kleine, leuchtende Bakterien. Der Tintenfisch kann die Helligkeit des Lichts steuern. Es hilft ihm, nachts seine Beute zu finden. Um selber nicht gefressen zu werden, tarnt sich der Tintenfisch: Er leuchtet so hell wie der Himmel über ihm. Von unten können andere Tiere ihn dann kaum erkennen.

Rippenqualle

Meerwalnuss

Die Meerwalnuss ist eine Rippenqualle. Sie besitzt klebrige Zellen an ihren Tentakeln. Mit ihnen fängt sie ihre Beute. Sie frisst Krebstiere, andere Quallen, Eier und Fischlarven. Um sich fortzubewegen, nutzt die Rippenqualle Zilien. Diese sehen aus wie kleine Härchen, die sich bewegen.

Die Meerwalnuss leuchtet, wenn sie ein anderes Tier berührt oder wenn Wellen sie bewegen. Ihr Licht entsteht durch die gleiche Reaktion im Körper wie beim Glühwürmchen.

Leuchtkalmar

Leuchtkalmar

Der Leuchtkalmar ist ein Tintenfisch und wird etwa so lang wie eine Kiwi. Er ist oft in Gruppen unterwegs. Das schützt ihn vor Tieren, die ihn fressen wollen. Zusätzlich täuscht er sie durch Licht: Der Körper des Leuchtkalmars ist voller kleiner Leuchtzellen. Sie erzeugen gerade so viel Licht, dass der Umriss des Leuchtkalmars im Gegenlicht nicht mehr sichtbar ist für Tiere, die unter ihm schwimmen und ihn fressen wollen, zum Beispiel der Seebär.

Laternenfisch

Laternenfisch

In der Tiefsee leben viele Fische, die leuchten können, darunter Laternenfische. Sie besitzen an verschiedenen Körperstellen Leuchtorgane, mit denen sie ihr eigenes Licht erzeugen. Mit den Leuchtorganen am Bauch tarnen sie sich wie der Hawaiianische Zwergtintenfisch und der Leuchtkalmar durch Gegenbeleuchtung. So verstecken sie sich vor Tieren, die sie fressen wollen. Mit den Leuchtorganen an Kopf und Schwanz verständigen sie sich durch helle Lichtblitze, oder sie nutzen sie zum Jagen. Mit ihren grossen Augen fangen Laternenfische auch das kleinste bisschen Licht in der dunklen Tiefsee ein.