Kaum sind sie am Strand aus dem Ei geschlüpft, machen sich junge Meeresschildkröten auf den Weg ins Meer. Dabei müssen sie aufpassen, dass Seevögel, Hunde oder Fische sie nicht fressen. Bis Meeresschildkröten erwachsen sind und sich paaren können, dauert es oft Jahrzehnte. Nur ungefähr eine von tausend Meeresschildkröten erreicht dieses Alter.
Es gibt sieben Meeresschildkrötenarten: Echte Karettschildkröte, Lederschildkröte, Wallriffschildkröte , Grüne Meeresschildkröte, Kemps Bastardschildkröte, Pazifische Bastardschildkröte und Unechte Karettschildkröte.
Meeresschildkröten verbringen den grössten Teil ihres Lebens im Meer. Die meisten nisten in einem Gebiet und haben ihre Futterplätze an einem anderen Ort. Manche Meeresschildkröten legen zwischen den beiden Gebieten Tausende Kilometer zurück.
Die meisten Meeresschildkröten fressen verschiedene Meerestiere wie Krebse, Muscheln, Meeresschnecken, Seeigel, Quallen, Schwämme, Fische oder Korallen. Nur die Grüne Meeresschildkröte ernährt sich vor allem von Algen und Seegras.
Für kurze Zeit sind die jungen Schildkröten gemeinsam unterwegs: Wenn sie aus den Eiern schlüpfen, machen sich gleichzeitig auf ins Meer.
Ansonsten leben Meeresschildkröten als Einzelgänger und kommen nur zur Paarung zusammen. Die Männchen warten im Wasser vor den Stränden, um sich mit den Weibchen zu paaren. Danach trennen sie sich wieder. Die Weibchen der Pazifischen Bastardschildkröte und von Kemps Bastardschildkröte nisten manchmal zusammen an einem Strand.
Meeresschildkröten-Weibchen kommen alle zwei bis fünf Jahre an Land, um Eier zu legen. Oft schwimmen sie an den Strand, an dem sie selber geboren wurden. Manche durchqueren dabei ganze Ozeane.
Sobald die Jungen geschlüpft sind, gehen sie so rasch als möglich ins Meer. Nur wenige überleben ihr erstes Lebensjahr. Bis heute wissen Forscher:innen nicht genau, wo sich die jungen Schildkröten in den ersten Jahren aufhalten.
Sechs von sieben Meereschildkröten-Arten sind bedroht.
Jedes Jahr sterben etwa 250’000 Meeresschildkröten als Beifang. Das heisst, sie gelangen unabsichtlich in Fischernetze oder an Angelhaken: Sie verfangen sich in Netzen oder bleiben an den Haken von Langleinen hängen. Das sind bis zu 100 Kilometer lange Angelschnüre, an denen oft mehrere tausend Haken befestigt sind.
Zusätzlich vertreibt der Tourismus Meeresschildkröten aus ihren Nistgebieten an Land. Obwohl es verboten ist, verkaufen Menschen Eier von Meeresschildkröten und jagen die Tiere wegen ihres wertvollen Panzers.
Ein weiteres Problem sind verschmutzte Meere. Pro Minute landet ungefähr eine Lastwagenladung Plastik in den Meeren. Tiere verschlucken Plastikteile und können daran sterben.
Der WWF hilft mit, Ideen zu entwickeln, damit weniger Tiere wie Meeresschildkröten, Haie, Meeresvögel oder Delfine ungewollt in Fischernetzen landen. Zudem setzt er sich für Meeres- und Strandschutzgebiete ein und gegen den Handel mit Schildpatt und Meeresschildkröteneiern.
In mehreren Ländern sucht der WWF gemeinsam mit Firmen, Regierungen und den Menschen vor Ort nach Lösungen, um die Plastikverschmutzung zu stoppen. Dazu hat er das Projekt «Plastic Smart Cities» gestartet. Das heisst auf Deutsch ungefähr «plastikschlaue Städte». Ziel ist eine plastikfreie Natur bis im Jahr 2030.